Bundeswehr Wehrdienst Grundausbildung | Fragen und Antworten Sammlung | erstellt von Alexander Becker

Als ich etwa 17 Jahre alt war, kam die Einladung zur Musterung und damit natürlich unweigerlich die Registrierung als dt. Staatsbürger, der sich zwischen Ersatz/Zivildienst oder Grundwehrdienst entscheiden soll.
Für mich stelle sich die Frage als Zivi nie, obwohl sich viele Vorteile boten: Man kann sich die Stelle selbst aussuchen, als auch gerne vor der Haustür (ich kenne solche Leute).
Die Bezahlung ist weitaus besser als GWDLer. Wenn man bedenkt, dass man am Anfang 220€ jeden Monat bekommt, ist das wirklich ein Hungerlohn. Viele Kameraden waren zu diesem Zeitpunkt arbeitstätig, hatten ein Vielfaches des Lohns, den man bei der BW bekommt!

Die dreimonatige Bundeswehr Grundausbildung kann Alles sein: Für manche ist es Spaß, andere blicken gerne auf diese Zeit zurück, so wie ich. Anderen „bekommt“ es gar-nicht, und sie hassen diese Zeit.
Jedoch, der Hauptgrund, zur BW zu gehen, ist die Tatsache, dass man dies nur einmal im Leben macht!
Jeden, der über BW spricht, sei es negativ oder positiv, kannst du fragen :“Und? Warst du dabei? Wieso willst du mitreden?“ Übrigens: die leckeren BW Kekse nennt man Panzerkekse oder Panzerplatten!
Und die Zeit mit dem geringen Verdienst geht auch rum, sei es nach 9 Monaten, wo man aufhört, sei es nach 9 Monaten, wo man FWDL wird und mehr verdient.

Warum ich diese Seite erstelle

Als ich gemustert war, wurde für mich klar: Demnächst gehts los!
Wann, war klar. Jedoch nicht wohin!
Ich hatte keine Vorstellung, wie die Zeit werden würde, was auf mich zukam, was ich evtl. mitnehmen sollte, wann ich heim kommen würden, usw..
Viele Fragen, welche ich euch gerne beantworten werde!

Was tue ich oder lerne ich in der AGA? ( Allgemeine Grundausbildung)?

Der Ausbildungsschwerpunkt während der AGA liegt auf dem Gebiet des Lernens militärischer Fähigkeiten.
Dazu gehört z.B. Waffenausbildung, das bekannte Zerlegen und Zusammensetzen der Handwaffen der Soldaten. Beispielsweise das G3 / G36, die P1 oder P8, die MP3, die Panzerfaust, das MG.
Glaubt mir! Ihr werdet so oft die Waffen zerlegen, dass ihr das schon bald im Schlaf könnt.
Das richtige Zerlegen und Zusammensetzen der Waffen gehört zur Sicherheits / Funktionsprüfung.

Weiter folgt eine Schießausbildung, wo ihr mit P1/8, MG, G3/36 schießen werdet. Die Uzi / MP3 werdet ihr womöglich nicht schießen.
In verschiedenen Entfernungen und Haltungen sollen verschiedenartige Ziele getroffen werden. Ganz spaßig am Anfang, später wird es dann allmählich Routine. Schießen werdet ihr im Durchschnitt 1x pro Woche. Waffen zerlegen ist fast jeden Tag dran.

Die Unterrichtung erfolgt Block- / stundenweise. Sodass etwa alle 40 Minuten ein anderes Themengebiet dran ist. Der Tag ist in einzelne Themenblöcke unterteilt: Vormittags z.B. Waffenausbildung, Nachmittags Sport, Abends Truppenkunde.

Sportausbildung war bei uns etwa ein bis zweimal die Woche für 2 Stunden, meistens Laufen.
Manche Wochen verliefen ohne Sport, dafür sind wir oft auf den Standortübungsplatz gelaufen, was durch die hügelige Lage doch SEHR anstrengend war! Somit war dann Sport abgehakt.

Mal lernt ihr noch Wach- und Sicherungsausbildung. Wie ihr euch als Wache verhaltet, Streife geht, usw…

Sammlung von Fragen und Antworten – Sanitätsausbildung

Die Sanitätsausbildung ist eigentlich das einzige, was man für den zivilen Bereich mitnehmen sollte: Nicht nur, dass ihr verschiedene Wundarten, Verbände, usw.. kennenlernt. Es ist vielmehr das, was ihr in eurem Führerschein-Kurs zur 1. Hilfe gelernt habt, nur eben auf eine Woche ausgedehnt, verschärft und erweitert. Wirklich nachahmenswert.

Das bekannte „Bewegungsarten im Gelände“ werdet ihr nach kurzer Zeit nicht mehr sehen können.

Ach, ein „Liebling“ jedes Soldaten war die ABC-Ausbildung, lasst euch überraschen oder fragt Bekannte (abc ausbildung soldat) danach 🙂

Über die Hindernisbahn werdet ihr auch öfters und ein Biwak (Bundeswehr-Natur-Camping) für mindestens 5 Tage wird sich nicht vermeiden lassen.

Alles in allem ist die AGA sehr abwechslungsreich, man lernt wirklich viel, ist abends müde und schläft gut. Vieles müsst ihr selbst erfahren und ich kann euch nicht jedes Detail beschreiben. Es ist fordernd, anstrengend, aber nicht überfordernd. Wenn ihr gute Ausbilder habt, werden sie euch gelegentlich (aber sehr selten!) an eure körperlichen Grenzen treiben, jedoch werden es gute Ausbilder NIE gesundheitsschädlich übertreiben!

Diese 3 Monate werden die Monate sein, an die ihr euch ein Leben lang erinnern werdet. Entgegen Vielen, die sich nicht wohl in der AGA fühlten, hat es mir Spaß gemacht. Es war eine gute Zeit, aber ich war auch genauso froh, aus der AGA draußen zu sein!

4. Was mache ich in der anschl. Truppenverwendung

Der Dienst in der Truppenverwendung wird durch Routine bestimmt sein. Mal weniger, mal mehr. Und ich kann nicht genau sagen, was ihr machen werdet!
Je nach Schulbildung und erlernten Beruf werdet ihr verschieden eingesetzt. Meistens kommen KFZ-Gesellen zur Inst. und Wartung. Leute mit Abi häufig in Schreibstuben oder Geschäftszimmer. Pauschal lässt sich das nicht sagen, da die Leute nur grob nach Abi / Schule / Ausbildung sortiert werden und dann nach benötigtes Personal eingeteilt werden. Und: Dementsprechend wird euer Alltag aussehen und ich kann euch nicht sagen, was ihr genau machen werdet!

5. Verdienst / Sold

Der Sold staffelt sich nach Verweildauer und Dienstgrad. Als Kanonier bekommst du drei (ich lasse die Komma-Stellen weg) Monate lang 220 Euro, als Gefreiter 240 Euro und als Obergefreiten 260 Euro. Dazu kommen 11 Euro, wenn du z.B. Wache, GvD, KvD, UvD hast und dies 24 Stunden tust. 11 Euro bekommst du jedoch nur, wenn du kein Kanonier mehr bist. Dann gibt es pro VOLLEN Tag, den du nicht an der Truppenküche teilnimmst, 6 Euro Verpflegungsgeld. So z.B. Urlaub, Krankheit zu Hause, oder Samstag und Sonntag! Wohnst du weiter weg, bekommst du Kilometer-Geld. Was aber kaum ausreicht, um zweimal im Monat per Auto heimzufahren. Also, viel Geld ist es nicht. Du kannst das ganze Aufstocken, wenn du nicht an der Morgen und Abendverpflegung teilnimmst. Mittagsverpflegung ist Pflicht, es sei denn, es bestünde die Möglichkeit, dass du in der Mittagspause heimfahren kannst. Das werden wohl die Wenigsten können. Somit bekommst du im Monat ca. 35 Euro dazu.
Als Beispiel: OG mit 260 Euro, 10 Tage im Monat volles Verpflegungsgeld mit 6 Euro, 35 Euro, da nur Mittags gegessen wird und 2 Dienste im Monat (Wache und UVD)… macht ca. 380 Euro. Wobei hier kein Kilometergeld dabei ist.

Je nachdem wo du herkommst, welchen Dienstgrad du hast, ob du nur Mittags isst, und wie viel Dienste du hast, bekommst du den entsprechenden Lohn.
Als Zivi bekommst du locker mehr, aber das ist ein anderes Thema.

Was du als Soldat auf Zeit verdienst, spielt hier keine Rolle.

Wenn du mehr als 9 Monate dienst und verlängert hast, bekommst du ca. 600 Euro im Monat blank dazu. Daneben bekommst du noch ein paar Euro mehr für die Dienste. So hast du dann um die 1000 Euro pro Monat, wenn du länger als 9 Monate bleibst.
Als Gefreiter kann man damit nicht leben. Wenn du verlängert hast, schon etwas.

Es gibt noch diese Unterhaltssicherungsbehörde: Diese zahlt dir diverse Dinge im Monat (Wohnung, Kinder, Rentenversicherung, und so weiter). Da solltest du dich bei deinem Rechnungsführer erkundigen!

6. Was sollte ich zur 1. Woche mitnehmen?

Das wohl wichtigste Thema!
Grob gesagt, außer Zahnpasta, Seife und Zahnbürste, NICHTS!
Ok, etwas mehr schon. Wir waren jedoch nach 2 Tagen schon voll eingekleidet gewesen.
Was ihr aber wirklich mitnehmen solltet:

*Pinzette, um Zecken zu entfernen
*Zecken / Insektenschutzmittel
*Schokolade und andere Süßigkeiten
*Pflaster
*Wachzeug, Rasierer, Duschgel, Shampoo
*Euer Handy und eine extra Karte mit genug Euro drauf, um abends anrufen zu können
*Kauft euch zwei zusätzliche olivefarbene Unterhemden. Ihr werdet sehr viele dieser Dinger verschwitzen und werdet froh sein, wenn ihr zusätzliche habt. Es gibt von der BW nur 3 und diese sind eindeutig zu wenig!
*Impfpass, Führerschein, Personalausweis (WICHTIG!)

Viel mehr braucht ihr nicht. Kommt nicht auf die SAU DUMME IDEE, einen Reisekoffer voll mit Klamotten, Handtücher, usw. mitzunehmen! Ihr seid ab Einberufungstermin SOLDAT! Es gibt alles, was ihr braucht, außer Zahnbürste, Pasta und Süßkram. Den Süßkram könnt ihr auch noch im Mannschaftsheim kaufen.
Ich sah viele, die ganze Reisetaschen dabei hatten! Ich hatte einen kleinen Rucksack mit einer Sporthose und Wachzeug. Das hatte auch gerade gelangt.

Um es nochmal zu sagen: Ihr werdet, außer den Dingen, die ich euch genannt hab, nicht viel brauchen.

7. Wann komme ich zum Wochenende heim?

Üblich ist eigentlich, dass man das 1. Wochenende nicht heimkommt oder zumindest samstags noch lang Dienst hat.
Wir kamen damals Samstags um 14 Uhr dazu, heimzufahren.
Üblich ist, dass Freitags zwischen 12 und 1 Uhr die Tore auf sind. Freitags ist immer noch Stuben- und Revierreinigung und wenn Stuffze Lust haben, wird mal noch ne Stunde länger geputzt. Ärgert euch nicht darüber. Wir hatten schon Wetten am laufen, wie lange wir bleiben würden.
Zweimal blieben wir eine Stunde länger. In 3 Monaten!

8. Wo werde ich zur AGA versetzt? Wo werde ich nach der AGA hin versetzt?

Wer das entscheidet, weiß ich nicht genau. Wohl das übergeordnete Regiment oder so. Auf eurem Einberufungsbescheid steht es spätestens. Ihr könnt euch auch beim Kreiswehrersatzamt melden. Da erfahrt ihr es schneller und könnt euch drauf einstellen. Eine Möglichkeit, das zu ändern, habt ihr nicht.
Es ist auch gut möglich, dass ihr während der AGA jeden Abend die Freundin besuchen könnt, in den nächsten 6 Monaten jedoch nur am Wochenende. Der gegenteilige Fall kann eintreten. Oder ihr habt das Glück, dass in der Nähe von euch eine Kaserne ist.
Es werden auch Leute z.B. nach Bayern zur AGA geschickt, obwohl zwei Kasernen keine halbe Stunde vom Wohnhort entfernt sind. Oftmals kommen sie aber auch wieder in die Nähe zurück.

9. Wie lang hab ich Dienst während der AGA?

Puh. Gute Frage! Das ist sehr unterschiedlich! Manchmal habt ihr eine Woche, wo bis 21 oder 22 Uhr noch Dienst ist. Oftmals ist um 16:45 Schluss. Das kann ich euch jedoch nicht im Voraus sagen. Nur soviel: das Lägste ist 22 Uhr, sodass ihr um 23 Uhr im Bett liegt. Das früheste ist 16:45 bei uns gewesen.

10. Wie lang hab ich Dienst nach der AGA ?
Das ist fest geregelt:

  • 06:45 Anwesenheitskontrolle, anschließend Stube putzen
  • 07:10 Antreten / Befehlsausgabe
  • 07:30 bis 16:30 Dienst in der Truppe
  • Je nach Regiment, Batallion usw. verschiebt sich das etwas. Wenn ihr Pech habt, seid ihr in Schicht-Einheiten gelandet. So z.B. Funker oder Küchenbetriebe. Das werdet ihr aber erfahren.
    Ihr hab jedoch eine Rahmenstundenzeit. Ist irgendwas um 40 Stunden.

    11.Was ist Biwak?

    Biwak ist das Bundeswehr-Camping. Ihr geht mit eurer Dackelgarage, baut die auf, hüpft im Wald rum, esst Epak und so weiter. Ganz lustig. Etwa nach 2 bis 3 Tagen, bei 2 Stunden Durchschlaf, schaltet ihr so langsam an.
    Ich möchte dazu nicht viel verraten. Nur soviel: Es wird eine der anstrengendsten Zeiten sein 🙂

    12. Wie ist das essen?

    Kurz: Bei uns war 1/4 zum Kotzen (davon sind 90% freitags. Da gibts Fisch und Fisch, mag ich nicht).
    2/4 sind ganz OK, 1/4 ist wirklich exzellent!
    Man kann es essen, ganz selten gibts wirklich etwas, was nicht sehr gut ist. Die Mehrzahl ist sehr gut, gut gelungen und schmeckt gut! Für Kantinenessen ist es sehr gut und wenn man will, hat man immer einen dicken Bauch voll!

    13. Werde ich Schulen besuchen?

    Dies wird am Ende der AGA oder auch am Anfang der Truppenverwendung bekanntgegeben. Grundsätzlich wird man auf technische Lehrgänge geschickt, wenn man in die Inst. oder Wartung geht. Bei versorgenden Tätigkeiten oder auch im Transportzug wird man auf Führerschein geschickt. Grob gesagt: Man lernt, an Panzern oder Fahrzeugen zu schrauben und/oder wird auf Führerschein geschickt.
    Es gibt noch Schulen, wo man als Buchhalter angelernt wird. Aber um’s kurz zu machen: Das, was man wissen braucht, wird einem gezeigt. PC-Kurse, oder Word selbst, wenn man im Geschäftszimmer am PC sitzt, sind leider nicht drin.
    Das finde ich schade, da man so wenigstens einen Nachweis für den späteren Arbeitgeber hätte

    14. Was ist mit BFD?

    Das ist der Berufsförderungsdienst den es für Soldaten auf Zeit wie auch für Grundis gibt. Dort besteht die Möglichkeit, bestimmte Kurse zu besuchen. Bei SaZ können Umschulungen, Lehrgänge, Meister, usw. genutzt werden. Ich beziehe mich hier aber nur auf Grundis:

    Es steht euch ein bestimmter Betragt zu, 1300 DM, was ca. 650 Euro sind. Mit diesem Betrag können Kurse besucht werden.
    Dies steht jedem Grundi zu. Für BFD gibt es 5 Tage Sonderurlaub, wer mehr als 5 Tage BFD als Grundi macht, muss seinen Erholungsurlaub dazu nutzen.
    Das Angebot ist sehr unterschiedlich und sollte in jedem Kasernengebäude mit Wohnmöglichkeit liegen.
    Ich kann es empfehlen, denn man bekommt es bezahlt und hat dazu noch Urlaub.

    15. Der erste Tag

    War nicht so angenehm gewesen. Ich kam mir vor wie ein Stück Vieh, ohne Namen, nur ne Nummer. Sowieso fand ich die erste Woche das Härteste an der ganzen BW-Sache, und zwar die ersten 3 Tage. Ich wär am liebsten weggelaufen.
    Jedoch geht es jedem so ähnlich und nach kurzer Zeit ist es lange nicht mehr so extrem.
    Ihr solltet auf jeden Fall pünktlich sein. Wenn ihr so gegen 9 Uhr kommt, seid ihr noch vor dem Mittagessen fertig und werdet hingeführt. Militärisch 15 min Zeit, aber ihr werdet noch lernen, schnell zu essen :=)
    Am Anfang werden diverse Personalsachen durchgeführt, dann gabs Zimmer, stellt bloß keine Fragen zu viel und merkt euch das, was sie sagen. Es war alles ein geordnetes Chaos und ging mir so auf den Nerv. Wir hatten am 1. Tag fast alle Klamotten schon und abends gabs den Maskenball.
    Aber das werdet ihr selbst kennenlernen.
    Um 10 war der Tag gelaufen und ich war froh, als ich im Bett lag.
    Die nächsten Wochen wurden anstrengend, aber es ging. Es war eine gute Zeit, ich hab vieles gesehen, was ich wohl nie wieder in meinem Leben machen werde.

    16. Die Musterung

    Über das Thema gibt es so viele Gerüchte, vieles davon ist Quatsch! Es wird keinem am Arsch, Hoden oder Penis rumgefummelt.
    Zuerst Personalsachen, dann gabs die Untersuchung der Ärztin. Wenn ihr hier Atteste habt, nehmt die jedenfalls mit.
    Sie fragt nach körperlichen Leiden, wird die Gelenke untersuchen, Rücken, usw..
    Fragt, ob ihr Hämorrhoiden habt (das wisst ihr sicher selbst), manche Ärzte werden auch direkt schauen.
    Das ist dann das bekannte „Beugen sie sich bitte mal nach vorne“. Es werden die Hoden abgetastet. Da wird nicht rumgespielt, sondern nur auf Veränderungen, usw. geschaut. Das dient alles nicht dazu, um euch zu beschämen, sondern der Untersuchung. Also keine Panik. Wenn ihr nicht beschnitten seid, wird evtl. noch geschaut, ob ihr eine Vorhautverengung habt. Das muss aber nicht immer sein.
    Es folgt ein kurzer Sporttest, Vermessung, Hörtest.
    Zum Schluss gibts noch einen Eignungstest und ihr könnt angeben, wofür ihr euch interessiert. Bei mir gings fast genau auf.
    Also alles kein Thema der Panik. Die meisten dort sind eh zivil = normal drauf. Seid ihr freundlich, sind die es auch.

    17. Wieviel Urlaub habe ich? Für was bekomme ich zusätzlich Urlaub?

    Als W9 (Wehrpflichtig, 9 Monate), stehen euch 20 Tage Urlaub zu. Es gibt keine halben Tage, im Notfall könnt ihr auch mal eine Stunde früher, wenn es etwas wichtiges gibt. Samstags wird nicht gezählt, da ist ja auch kein Dienst.
    Hebt euch wenigstens zwei Wochen auf, für BFD, Behörde oder Bewerbungen!
    Während der AGA könnt ihr keinen Urlaub nehmen.

    Daneben gibt es Sonderurlaub: Für besondere Leistungen können 1 bis 3 Tage Urlaub gegönnt werden. Ich bekam mal 3 Tage. Es gibt Sonderurlaub bei Heirat, Todesfall, Geburt, usw. Sonderurlaub gibt es auch für Bewerbungsgespräche, Einstellungstests. Für BFD (Berufsförderungsdienst) gibt es bis 5 Tage.

    Es gibt pro Quartal ein Ausgleichstag.

    Alles in allem ist das nicht wenig. Maximal wären das dann 20 Tage Erholung, 5 Tage BFD, 2 mal Quartal (währen der AGA gibt es das nicht), + Bewerbungsgespräche.
    Als ich nach 9 Monate fertig war, hatte ich 36 Tage, wo ich „erlaubt nich in der Kaserne war“ = BFD, Urlaub, Bewerbungsgespräche, Sonderurlaub bei besonderer Leistung, usw..
    Nicht schlecht, oder? Dazu jetzt noch 6 Wochen Lehrgang und ihr hab eure 9 Monate hinter euch 🙂

    18. Kleidung: Was bekomme ich? Wo kann ich es waschen lassen? Was, wenn etwas getauscht werden muss?

    Erstmal hat jeder Soldat, sei es Mannschaft, Uffz oder Offizier die gleiche Grundbekleidung. Das unterscheidet sich jedoch nach Einsatzort und Truppengattung. Sei es Luftwaffe oder Marine, Heer, Gebirgsjäger oder sonst etwas.
    Ohne Zusatzausrüstung, wie ABC-Kram, Helm, hatten wir:

  • 3 Hosen
  • 4 Feldbluse
  • 5 Socken
  • 3 olivefarbene Unterhemden
    Tipp: Kauft euch zwei zusätzliche Unterhemden. Ihr werdet sehr viele dieser Dinger verschwitzen und werdet froh sein, wenn ihr zusätzliche habt. Es gibt von der BW nur 3, und die sind zu wenig!
  • 2 Stiefel
  • Unterwäsche konnte man die eigenen anziehen, oder die der BW nehmen, welche OK sind.
  • Das ist jetzt die Kleidung, die ihr immer anhaben werdet. Daneben gibt es noch Kälteschutz, Regenschutz, Ausgeh-Uniform, und vieles mehr..

    Kleidung lässt sich auf der Wäsche und Bekleidungskammer waschen. Das dauert in der Regel eine Woche. Ich lasse z.B. meine Uniform immer dort waschen. Die bügeln das, legen es zusammen und es kommt in ner Tüte, so dass ich es gerade mal in den Spind legen muss. Unterkleidung, z.B. Unterhosen, Strümpfe, olivefarbene Shirts lasse ich zu Hause waschen, da das alles oft getragen wird.

    Falls mal etwas kaputt ist, kein Thema. Das wird zur Bekleidungskammer gebracht, falls vorhanden getauscht oder genäht. Dort bekommt man fast alles sogar neu. Ich war da währen der AGA ziemlich oft 🙂

    19. Heimfahrten, Bahnfahrten, Bahn-Berechtigungsausweis

    Heimfahrten sind kostenlos, so steht’s im Papier. Tatsache ist, dass man freitags mit der Bahn heimfahrt und sonntags oder montags wieder erscheint. Muss man mit Bus zum Bahnhof fahren, soll man die Belege sammeln. Das Geld gibts monatlich wieder auf das Konto zurück. Wer per Auto am Wochenende fährt, bekommt, neben dem Entfernungsgeld, auch Kilometergeld. Das langt aber alles kaum, um zweimal im Monat heimzufahren, wenn ihr weiter weg wohnt. Den Bahnberechtigungsausweis gilt dazu noch als Bahncard. Ist nicht die Welt, aber eine Bahncard so kostet euch etwa 70 Euro.

    20. Tipps während der AGA gegen Blasen und wunde Stellen

    Scheuerstellen gibts in den Stiefeln hinten an den Fersen und in den Turnschuhen an den kleinen äußeren Zehen.
    Bei den Schuhen helfen zwei paar Socken, die hab ich immer noch an. Die betreffenden Stellen mit Tesaplast (das richtig eklig gut klebende nehmen!) zukleben. Dann empfehle ich noch Hirschtalksalbe. Da stinken und schwitzen die Füße nicht so.

    21. Was ist mit Diensten am Wochenende?

    Ihr werdet etwa zwei bis drei Dienste pro Monat haben. Im Regelfall. Manchmal wird es mehr sein.
    Dabei werdet ihr etwas alle 2 Monate einen Tag am Wochenende in der Kaserne verbringen. Das schließt natürlich Freitag-Nachmittag bis Sonntag ein. Mehr wird es nicht sein. In größeren Kasernen vielleicht alle 3 Monate und ein bis zwei Dienste.
    Als Dienste gibt es:

    KvD: Kraftfahrer vom Dienst von 13 bis 13 Uhr.
    Schlafmöglichkeit optimal.

    Uvd: Unteroffizier vom Dienst. Schlafmöglichkeit mittelmäßig von 00:00 bis 05:00.

    GvD: Gefreiter vom Dienst. Schlafmöglichkeit schlecht. Von 18:00 bis 24:00 Uhr und von 00:00 Uhr bis 05:00 kann man auf dem Stuhl einnicken, nur sollte man nicht erwischt werden.

    Wache: Schlafmöglichkeit mittelmäßig, gut, schlecht. Bei Kasernen, wo Streife gelaufen wird, ist es schlecht. Wird keine Streife gelaufen, ist es unterschiedlich. Ist man erster Torposten, steht man bis 24 Uhr am Tor, anschliessend pennt man von 24 uhr bis 6. Tagsüber kann man sich auch hinlegen, wechselt sich dabei ab.
    Als Nacht-Torposten soll man von 19 Uhr bis 24 Uhr ruhen, man ist dann von 24 Uhr bis 7 Uhr wach. Tagsüber kann man sich beim schlafen abwechseln.

    Mehr Dienste kenne ich nicht. Ich mache am liebsten Wache. Auch wenn es als Torposten 1 extrem LANG ist von 18 bis 24 Uhr draussen zu stehen, kann ich wenigstens nachts schlafen.

    22. Tipps gegen Blasen

    Zuerst mal: Die Bundeswehr Stiefel sind ganz gut. Bei Gebirsjägern wird natürlich ein anderes Modell getragen als bei der Artillerie. Die eine Sorte geht nur bis zu den Knöcheln, die andere ist ziemlich hoch.
    Ich beziehe mich auf Stiefel der Artillerie.
    Ihr solltet drauf achten, dass sie passen. Ist natürlich einfach gesagt, jedoch: Zu eng ist besser als zu weit.
    Sind die Dinger zu weit, rutscht ihr beim Gehen und es scheuert.
    Am Anfang ist das Leder noch ziemlich hart. Tragt oft Schuhcreme auf, lasst es über Nacht einwirken.
    Denkt dran: Ihr habt zwei Paar. Wechselt diese!
    Ich hatte immer zwei paar Socken an. Der Schweiss wird besser aufgenommen und die Schuhe liegen enger an.
    Wunde stellen hab ich bei mir und Kameraden nur an den Fersen erlebt. Dabei hilft eigentlich nur Vorsorge mit Panzertape. Einfach vorm Marsch drauf. Fertig.
    Habt ihr euch doch Blasen gelaufen oder wundgescheuert: Geschlossene Blasen solltet ihr mit einer sauberen Nadel aufstechen. Zum Schutz könnt ihr CompoMed Blasenpflaster auftragen.
    Nachts sollte das Pflaster ab, damit die Blase trocknen kann.
    Dies rate ich aber nur bei grossen Dingern, bei kleinen Blasen tut’s auch ein Pflaster. Denkt dann aber dran:
    Pflaster drauf und dann LeukoPlast oder Panzertape.
    Hauptsächlich werdet ihr nur an den Fersen Blasen bekommen.
    Zusätzlich könnt ihr auch versuchen, diese Einlegesohle herauszunehmen. Bei mir hat das geholfen.
    Und zieht diese Kampfstiefel fest an! Sobald ihr drin rutscht, scheuert es. Ich hab auch im Sommer immer zwei Socken angehabt. Dadurch staut sich der Schweiß nicht so schnell und es scheuert nicht.
    An sich werdet ihr jedoch sonst keine Blasen in den Stiefeln bekommen.

    Was ganz Anderes stellen deren Laufschuhe da. Klebt euch da auf jeden Fall die kleinen Zehe zu. Da bekommt ihr so schnell blutige Blasen, dass ihr mit Pflastern nicht nachkommt.

    Entdecke jetzt, wie du warme Hände und Füße haben wirst! Tipps für warme Hände und Füße!

    Eignet sich natürlich auch außerhalb eures Dienstes..

    Empfehlenswertes Zubehör für Grundausbildung

    Welches Zubehör kann ich empfehlen? Für deine erste Zeit und erste Woche im Wehrdienst benötigst du:
    • Xenofit Hirschtalg-Sportcreme - hilft extremst Blasen vorzubeugen!! Selbst getestet.
    • Compeed Blasenpflaster - hilft, wenn die Blase einmal da ist.. Und hilft, damit die Blase nicht schlimmer wird, wenn sie da ist.. Diese Pflaster sind super bei großen Blasen.
    • Leukoplast - damit könnt ihr Blasen überkleben.
    • Panzertape - besorgt ihr euch vorher, damit klebt ihr eure Fersen zu. Auch nach 20 km bekommt ihr dann keine Blasen!
    • Original BW Unterhemd. Kauft euch zwei zusätzliche. Ihr werdet sehr viele dieser Dinger verschwitzen und werdet froh sein, wenn ihr zusätzliche habt. Es gibt von der BW nur 3, und die sind zu wenig! 2x kaufen, dann habt ihr genügend T-Shirts zum wechseln (glaubt mir einfach...).

    Tipps für die Kampfstiefel

    • Ein Geheimtipp: Seal-Skinz wasserdichte Socken - denn eure normalen Kampfstiefel sind nur aus Leder: nach 24h Einsatz im Biwak oder Gelände bei feuchtem Wetter wirds innen nass, dann gibts Reibung und Blasen. Da ist gleich so ein paar bei Feuchtigkeit zu tragen echt super.. Zu meiner Zeit gab es sowas feines leider noch nicht, aber heute habt ihr die Möglichkeit, eure Füße länger trocken zu halten. Ich nutze diese in normalen Stiefeln und nasse Füße sind Geschichte! Sind etwas teuer, das stimmt, aber halten dicht bei nassem Wetter. Und trockene Füße geben keine Blasen! 1 Nummer Größer kaufen: habt ihr Fußgröße 42-43, dann 43-46 kaufen, etc. Oder einfach einszueins passend zur SCHUHgrösse kaufen.
    • Die besten Socken produziert Falke: FALKE Herren Trekking-Socke TK 2, die genannten Socken zeichnen sich durch gute Passform aus und sind dort verstärkt, wo man sich schnell Blasen holt (Zehen und Ferse). Zieht diese unter eure oliven BW-Socken, dies ist ein weiterer Geheimtipp, Blasen vorzubeugen. Es ist Vorschrift (ZDV), dass ihr immer die BW Socken sichtbar in die Schuhe anziehen müsst - aber es gibt zum Glück keine Vorschrift, die 2 Socken anziehen verbietet :-). Ich empfehle immer 2 Paar Socken in die Stiefel anzuziehen: Schweiss wird aufgesaugt, Blasen vermieden und die Kampfstiefel sitzen besser und scheuern nicht. Denkt auch daran, alle eure Socken nur mit wenig Waschmittel und keinem Weichspüler zu waschen! Jeder Rest von Waschmittel in den Socken weicht zusätzlich eure Fusshaut auf: Blasengefahr (alter Tipp vom Uffz.. - der stimmt).

    Alexander berichtet über seine Zeit & Erfahrung beim Heer 2002-2003

    1. Warum hast du dich dafür entschieden Wehrdienst zu leisten? Oder war das damals noch Pflicht als du das gemacht hast?
    2. Was hat es mit der Musterung auf sich, was passiert da konkret?
    3. Wie lange geht der Wehrdienst?
    4. Was lernt man da alles?
    5. Ist man dann permanent im Dienst oder darf man zwischendurch auch nach Hause?
    6. Kann man selbst entscheiden ob man hier in Deutschland stationiert bleibt oder zum Beispiel nach Afghanistan muss?
    7. Wie viel verdient man?
    8. Wie sind die Karrierechancen nach dem Wehrdienst?
    9. Mit welchen Waffen hantiert man alles?
    10. Wie viel Fitnesstraining gibt es? Sollte man da bereits ein Mindestmaß an Fitness mitbringen?
    11. Ist das Essen so schlecht wie es ihm nachgesagt wird?
    12. Was hat dir persönlich Spaß gemacht?
     

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